Eine Einrichtung
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

Erinnerungen an eine besondere Zeit

Veröffentlicht am: 06. Januar 2020

München – Rund 400 Menschen kamen am Dreikönigstag im Salesianum zum traditionellen Ehemaligentreffen zusammen. Zunächst versammelten sich die Gäste im Foyer und kamen bei Kaffee, Tee und Gebäck ins Gespräch. Einen Überblick darüber, wer alles gekommen war, konnten sie sich an einer gestalteten Wand machen, auf der nach Jahreszahlen geordnet Porträt-Fotos aller Gäste hingen. Eine gute Gelegenheit, sich an Vergangenes zurückzuerinnern. Alfons Voithenleitner zum Beispiel erzählte von seiner Ausbildung zum Fernmeldehandwerker, die er hier Anfang der 70er-Jahre absolviert habe. Seitdem habe sich viel verändert, sagte der 55-Jährige. In seinen ersten Jahren als Lehrling habe er noch mit bis zu 40 Personen in einem Saal geschlafen.

Unter den Gästen im Salesianum fanden sich auch einige, die selbst die Zeit des Zweiten Weltkriegs noch miterlebt haben. Andere, wie Matthias Bunk, gehörten hingegen zu der jüngsten Generation der Ehemaligen. Der junge Mann aus Sachsen-Anhalt hat von 2003 bis 2005 in der Einrichtung seine Ausbildung zum Lokführer gemacht und es in diesem Jahr tatsächlich das erste Mal zum Ehemaligentreffen geschafft. „Ich hatte damals eine sehr schöne Zeit hier und immer mal wieder ein bisschen Fernweh gehabt.“

Jung und Alt versammelten sich anschließend zu einem Gottesdienst in der Turnhalle. In seiner Predigt sprach Pater Stefan Stöhr aktuelle politische Themen an, wie die Flüchtlingsfrage und die Digitalisierung, und führte an, dass die gesellschaftliche Spaltung auch in der Kirche deutlich werde. Den synodalen Weg sieht er in diesem Zusammenhang als Chance, verschiedene Richtungen zusammenzubringen. „Es braucht Brückenbauer – jeder von uns ist als Christ dazu aufgerufen.“

 

 

Nach dem Mittagessen im Veranstaltungssaal, der musikalisch von der Sales-Blaskapelle begleitet wurde, schauten die Sternsinger der Pfarrei St. Wolfgang vorbei. Auf der Bühne gaben sie ihren Segen, sangen Lieder und sammelten Geld für das Kindermissionswerk.

Anschließend führten Mitarbeiter des Salesianums einen Teil der Gäste durch die Räume der Einrichtung, andere stöberten in der Lounge Fotos und Chroniken durch, spielten Billard oder Kicker. Im Foyer stand außerdem eine Wand zum 100-jährigen Jubiläum des Hauses, an der die Ehemaligen ihre Glückwünsche zu Papier bringen konnten. Ein paar schöne Worte an das Salesianum gerichtet fand dort die Frau eines ehemaligen Mitbewohners, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Er sei 1947 von einem Gefangenenlager ins Salesianum gekommen, erzählte sie. „Das Salesianum hat mir ins Leben geholfen“ – das habe er ihr immer gesagt.

Text und Fotos: RefÖA/Patrizia Czajor