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Das ausbildungsbegleitende Angebot im Jugendwohnheim hat präventiven
Charakter, ermöglicht ganzheitliche Lernprozesse und vermittelt dem
jungen Menschen eine persönliche Ausrüstung zur erfolgreichen Lebensbewältigung.
Ohne das Angebot des begleiteten Jugendwohnens können vor allem
Minderjährige eine Berufsausbildung nicht beginnen, weil sie keinen
Ausbildungsvertrag bekommen.
Jeder junge Mensch wünscht sich eine qualifizierte Ausbildung und einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Aufgabe des Begleiters ist es, persönliche Krisen, Motivationsprobleme und sonstige Beeinträchtigungen, die mit der Ausbildung verbunden sind, zu erkennen.
Durch stützende Maßnahmen, Kontakte mit Eltern, Ausbildern und Lehrern kann ein Ausbildungsabbruch verhindert werden.
Bei drohendem Ausbildungsabbruch wegen Berufsunzufriedenheit kann schon
im Vorfeld eine neue Ausbildungsstelle vermittelt werden. Dies verhindert
Jugendarbeitslosigkeit.
Das Jugendwohnheim ist für den Jugendlichen in einer wichtigen Entwicklungsphase sein Zuhause.
Eine funktionale, ansprechende und freundliche Ausstattung und Raumgestaltung
tragen zur gemütlichen Atmosphäre bei. Die Pflege von Wohnkultur ist
ein wichtiges Lernfeld, damit junge Menschen sich auf Dauer wohl fühlen
können.
Geregelte Essenszeiten in kommunikativer Atmosphäre, in einem angenehmen Umfeld, bei ausgewogener und ausreichender Verpflegung, ermöglichen die Pflege von Gemeinschaft und Tischkultur. Wichtige Erfahrungen für die eigene Lebensgestaltung werden vermittelt.
Die vorhandenen, vielfältigen Möglichkeiten für Spiel, Sport und Geselligkeit bieten Anreiz zur aktiven Erholung, zu Ausgleich und Entlastung nach dem Arbeitstag. Sie bieten Chancen, persönliche Talente zu entfalten, soziale Fähigkeiten einzuüben und sich gute Erlebnisse zu schaffen, die das Selbstwertgefühl stärken.
Die Motivation zu aktiver Freizeitgestaltung hilft, passive Konsumhaltung,
Lustlosigkeit und Trägheit zu überwinden. Negative Energien werden abgebaut, positive
aufgebaut.
Die Gleichaltrigengruppe ist ein bevorzugter Lebensraum zur Pflege von Beziehungen und Geselligkeit im Jugendalter. Als soziales Lernfeld zwischen Elternhaus und Arbeitswelt bietet sie viele Möglichkeiten, sich in verschiedenen Rollen einzuüben, soziale Kompetenz zu erwerben, Gemeinschaft zu erleben und zunehmend Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sie bietet Erlebnisse, die in ihrer Nachhaltigkeit immer wieder bestätigt werden.
Der Jugendliche braucht jemanden als Ansprechpartner/in, Zuhörer/in, Berater/in, Animator/in, einen Forderer und Förderer, jemanden, der sich um ihn kümmert. Er sucht nach einem/einer vertrauten und glaubwürdigen Gesprächspartner/in, der/die Orientierung vermittelt, mit dem/der er sich auseinandersetzen kann. Er braucht einen/eine kompetente/n Wegbegleiter/in, der/die für ihn Leitplanke ist, wenn der Lebensweg abgründig wird und der/die hilft, in Situationen der Überforderung Ordnung ins Leben zu bringen. In der Ablösung vom Elternhaus vertritt er/sie Vater und Mutter, ist für den Jugendlichen da, zeigt Ziele auf und hilft, Entwicklungskrisen zu bewältigen.
Fachliche Hilfe ist gefordert bei Gefährdungen durch Alkohol und Drogen, bei Neigungen zu Rechtsradikalismus, Aggression und Gewalt, bei auffälligen Verhaltensstörungen und den unterschiedlichsten Ausdrucksformen gestörter Psyche.
Soziale Konflikte, partnerschaftliche Beziehungsprobleme und finanzielle
Schwierigkeiten bedürfen aufmerksamer fachlicher Begleitung, um ein persönliches Scheitern
des Jugendlichen zu verhindern.
Bildung meint hier nicht in erster Linie in organisierten Bildungsveranstaltungen vermitteltes Wissen, sondern lebensbegleitend in alltäglichen Situationen vermitteltes Lebenswissen aufgrund von Lebenserfahrung.
Bildung in diesem Sinne umfasst alle Lebensbereiche und betrifft je
nach Situation den Einzelnen oder die Gruppe: