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Seit August 2009 leben elf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Münchener Salesianum. Das Projekt LIFE bietet jungen Migranten, Asylbewerbern und Flüchtlingen, die aufgrund von Krieg, Verfolgung, Vertreibung, Hunger oder Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen mussten und ohne ihre Familie nach München kommen, Hilfe bei der Organisation und Bewältigung ihres Alltags in fremder Umgebung.
Die Jugendlichen erhalten Unterstützung bei der Klärung von rechtlichen Fragen, beim Ausfüllen von Anträgen, Behördengängen und beim Erlernen der deutschen Sprache.
Zu den weiteren Angeboten zählen die pädagogische und seelsorgliche Begleitung bis zum Erreichen eines Schulabschlusses, die Vermittlung von Lehrstellen oder anderen Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine Gesundheitserziehung. So besuchen die Jugendlichen Deutschkurse und schulanaloge Unterrichtsformen, um später einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Dazu lernen sie im Jugendwohnheim, Aufgaben des Alltags wie Kochen, Waschen und Putzen zu meistern. Fähigkeiten, die zu einem gelingenden Leben in Deutschland beitragen sollen.
die jungen Menschen bei ihrer Lebens- und Zukunftsgestaltung zu begleiten, sie zu stärken und ihnen zu einem gelingenden Leben zu verhelfen. Dazu müssen aber auch die Jugendlichen ihren Beitrag leisten. „Denn”, so Gruppenleiter Ingo Greß, „wir geben zwar nicht die Garantie zu einer gelingenden Integration, aber wir bieten den ersten Schritt dorthin.”
Heimat für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in München
Jährlich gelangen hunderte minderjährige Flüchtlingskinder und -jugendliche ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland. Sie suchen Schutz und Hilfe. Sie fliehen, meist unter lebensgefährlichen Bedingungen, vor Krieg, Diktaturen, Verfolgung, Vertreibung, Hunger und Naturkatastrophen. Sie haben massenhafte Vertreibungen oder ethnische Säuberungen erlebt. Sie stehen ohne ihr Zuhause, ihre Familie, ihre Freunde da.
Wie viele es sind, weiß keiner genau. Grobe Schätzungen sprechen von rund 220.000 Flüchtlingskindern in der Bundesrepublik, unter ihnen etwa 6.000 bis 10.000 alleinstehende. Sie alle sind traumatisiert. Sie alle benötigen einfühlsame psychologische und pädagogische Betreuung, um ihre Erfahrungen aufzuarbeiten. Sie alle brauchen schulische und berufliche Förderung, um sich eine Zukunft aufzubauen. Und sie alle brauchen vor allem eins: Menschen, die zu ihnen stehen, die ihnen in der Fremde ein Gefühl von Heimat geben und die für sie da sind.