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Ausbildung braucht Wohnen - Jugendwohnheime in München

23 Jugendwohnheime in München bieten mit über 2.200 Plätzen jungen Menschen während ihrer beruflichen oder schulischen Ausbildung eine Unterkunft mit sozialpädagogischer Begleitung

„Ausbildung braucht Wohnen“: Vertreter katholischer Jugendwohnheime in München machten am vergangenen Freitag im Rahmen eines sozialpolitischen Frühstücks im „IN VIA Marienheim“ in München auf die Notwendigkeit sozialpädagogischer Begleitung für jugendliche Auszubildende aufmerksam und informierten über Angebote und Ziele des Jugendwohnens.  

Allein in der bayerischen Hauptstadt bieten 23 Wohnheime rund 2.200 Plätze für junge Menschen an, die für die Dauer ihrer beruflichen Ausbildung ihre Heimat verlassen mussten. Eine individuell abgestimmte Begleitung unterstützt die Jugendlichen dabei, im neuen Alltag klar zu kommen, Kontakt zu anderen Menschen zu finden und die Ausbildung oder den Berufsalltag erfolgreich zu meistern. 

Hauptredner der Veranstaltung waren Pater Franz-Ulrich Otto, Salesianer Don Boscos und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, sowie Robert Hanslmaier vom Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, der die „Studie über die Lebenssituation der von außerhalb Oberbayerns zur Berufsausbildung nach München kommenden Jugendlichen“ vorstellte.  

Sozialpädagogisches Jugendwohnen sei nicht als Luxus anzusehen, sondern ein Anliegen, das der Gesellschaft und den Menschen hilft, sagte Pater Franz-Ulrich Otto SDB in seiner Rede. „Wir stellen nicht nur Wohnraum zur Verfügung, sondern auch Menschen, die als Pädagogen Beziehungen aufbauen“, so Otto weiter. Schwerpunkt des Jugendwohnens liege darin, junge Menschen ins Leben zu führen und sie dabei zu begleiten.  

Im Alter zwischen 16 und 21 Jahren gehe es vor allem um Neuorientierung und die Ablösung vom Elternhaus. Gerade wenn Auszubildende in eine neue Stadt ziehen, können sie nicht mehr auf bisherige Beziehungspersonen zurückgreifen. Daher seien neue Gesprächspartner, gleichaltrige wie auch erwachsene, wichtige Begleiter. 

„Wir setzen zunächst nicht auf Methoden oder Trainings, sondern geben den Jugendlichen die Zusage, zu ihnen zu stehen, sie nicht im Stich zu lassen, ohne jegliche Vorbedingung“, erklärte der Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit. Es dürfe nicht darum gehen, jungen Menschen etwas überzustülpen, sondern sie zum Leben einzuladen, das Hoffnung, Mut und Freude widerspiegelt.  

Über die Erkenntnisse der Studie „Ausbildung und Leben in München“ sprach Robert Hanslmaier vom Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München. Demnach seien 56 Prozent der Jugendlichen zu Beginn ihrer Ausbildung in München noch nicht volljährig. „Dieser hohe Prozentsatz macht deutlich, dass Begleitung in der Ausbildungszeit sinnvoll und notwendig ist“, bestätigte Hanslmaier die Anliegen des Jugendwohnen.  

Außerdem untersuchte die Studie das Umzugsverhalten von Jugendlichen die sich in der Ausbildung befinden. Die Auswertung ergab, dass die Umzugsneigung von Auszubildenden, die im Jugendwohnheim leben, am geringsten ist.  Jugendliche, die in Wohngemeinschaften leben oder ein Zimmer zur Untermiete haben, ziehen demnach am häufigsten um.  

Die katholischen Träger der Jugendwohnheime in München planen weitere Veranstaltungen. Der nächste Termin findet am Freitag, 18. September 2009 im Jugendwohnheim Salesianum in München statt. Im Rahmen eines sozialpolitischen Frühstücks geht es dann um das Thema: „Wahlmüdigkeit und Verdrossenheit bei Jugendlichen“.  





Publiziert am: 14-07-2009

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